Impressum E-Mail  

 
Stadtmuseums-Logo
Marktplatz 1-3
45527 Hattingen
E-Mail stadtmuseum@hattingen.de
 
 
Wechselausstellung
 

3. Mai bis 7. Juli 2013
Kunstausstellung Rosemarie Trockel
Arbeiten aus der Sammlung Peter Wenzel


„…dass ich meine Vorstellung von Welt oder Kunst – das ist identisch für mich – mit was auch immer für kuriosen Dingen versuche zu erarbeiten...“


Bekannt geworden ist die international renommierte Künstlerin Rosemarie Trockel mit ihren Strickbildern und der Herdplattenserie. Sie deswegen als feministische Künstlerin zu charakterisieren, wird dem Facettenreichtum ihres Werkes nicht gerecht.

Ihr vielseitiges künstlerisches Werk umfasst Bilder und Zeichnungen, Plastiken, Skulpturen und Objekte sowie Videoarbeiten und Installationen. Ihre Arbeiten sind weder auf eine Ikonografie noch auf eine bestimmte Kunsttheorie festzulegen. Seit ihrer ersten Einzelausstellung 1982 in Köln und Bonn fanden ihre Werke Ende der 1980er Jahre vor allem in den USA große Beachtung.

Rosemarie Trockels Thema ist unser Blick auf die Dinge, insbesondere die Infragestellung unserer Blickgewohnheiten. Die Strickbilder sind nicht von fleißiger Frauenhand gefertigt, sondern von computergesteuerten Maschinen produziert, teils mit vertrauten Logos wie Wollsiegel, Hammer und Sichel, aber auch Playboy-Hasen versehen. Die Herdplatten sind funktionslos, teils seitlich an einem viel zu kleinen Herd oder vertikal bildartig an der Wand angebracht. Immer stimmt irgendetwas nicht, es ist mehr da oder anders da, als uns der erste Blick, unser gewohnter Blick vermeintlich offenbart.

In der Ausstellung finden sich graphische Arbeiten und Zeichnungen, für deren Ausführung Watte, Bindfäden, Haare oder ein Kopierer verwendet werden. Scheinbar einfache Objekte wie Tasse, Teller, Brille, Seidentuch, ein besticktes Oberhemd, ein Glaskolben mit Spinnweben, oder ein Prospekt für eine französische Boutiquenkette sind spannend und irritierend zugleich. Zu den weiteren Exponaten zählen Fotografien in Form von simplen Automatenabzügen oder die künstlerisch umgesetzte Nachempfindung einer Tageslichtprojektion, ebenso von der Künstlerin selbst editierte Bücher, bedruckte PVC-Folien und Schaumstoffplatten.

Kein Werkstoff, kein Thema, nichts ist tabu. Für die documenta X baut sie mit ihrem Künstlerkollegen Carsten Höller das Haus für Schweine und Menschen. Sie übernimmt die planerische Gestaltung einer Freifläche auf der Theresienhöhe in München, pflanzt Büsche auf der Skulptur-Ausstellung in Münster, gestaltet einen 176 m² großen Vorhang für die Wiener Staatsoper und scheut auch die Zugspitze nicht als Ort einer der oftmals von ihr selbst kuratierten Ausstellungen.
Mit ihren Editionen, meist in begehrter niedriger Auflage, unterstützt Rosemarie Trockel soziale Projekte wie die Obdachlosenhilfe „fifty-fifty“ in Düsseldorf, aber auch kulturelle Aktivitäten in ihrer Geburtsstadt Schwerte.

Das Werk Trockels entzieht sich jeder allgemeingültigen Deutung und Festlegung. Goethe´s Ausspruch: „Man sieht nur, was man weiß“ trifft auf ihre Arbeiten nicht mehr zu. Trockels Arbeiten zwingen zumindest den Versuch zu unternehmen, mehr zu sehen als man zu wissen glaubt. Es geht es nicht darum, ein Werk wie ein Rätsel zu entschlüsseln. Vielmehr geht es der Künstlerin darum, Assoziationen in Gang zu setzen und „weiter zu stricken“. Oftmals stößt der Titel solche Gedankengänge an, er kann und soll aber auch irritieren.
Rosemarie Trockel wird am 13. November 1952 in Schwerte geboren. Nach dem Abitur besucht sie die pädagogische Hochschule mit den Fächern Soziologie, Anthropologie, Theologie und Mathematik. Von 1974 bis 1978 studiert Trockel Malerei bei Prof. Werner Schriefers an der Werkkunstschule Köln (heute Fachhochschule für Kunst und Design). 1985 präsentiert sie auf der Ausstellung „Bilder – Skulpturen – Zeichnungen“ im Rheinischen Landesmuseum Bonn erstmals ihre Strickbilder, 1987 verwendet sie zum ersten Mal das Herdplattenmotiv. 1988 folgen erste internationale Ausstellungen in New York, London und Basel.

1993 wird ein Hühnerstall Teil einer Ausstellung, im Jahre 1997 realisiert Rosemarie Trockel für die documenta X zusammen mit Carsten Höller `Ein Haus für Schweine und Menschen´. 1999 nimmt sie als erste Frau im Deutschen Pavillon an der Biennale von Venedig und 2007 an Skulptur.Projekte Münster teil.
In den Folgejahren wir die Künstlerin mehrfach ausgezeichnet, u.a wird ihr im Jahre 2011 der Kaiserring der Stadt Goslar verliehen.
Rosemarie Trockel lehrt seit 1998 als Professorin an der Kunstakademie Düsseldorf im Bereich Bildhauerei. Sie ist Gründungsmitglied der 2012 ins Leben gerufenen Akademie der Künste der Welt in Köln.

 

Märkisches Museum Witten



 
 
Öffnungszeiten
Eintrittspreise